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20.08.2019, 16:43 Uhr
Boddenberg: Neue Messergebnisse sind sehr ernst zu nehmen
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 20. August 2019 - Das Umweltministerium und das Verkehrsministerium haben heute in Wiesbaden weitere Ergebnisse von Messungen des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zur Konzentration von Ultrafeinstaub im Umfeld des Frankfurter Flughafens vorgestellt.
Das Landesamt hatte bereits begonnene Messungen in Raunheim und Frankfurt-Schwanheim weitergeführt und ausgeweitet. Hierzu erklärte der hessische CDU-Fraktionsvorsitzende, Michael Boddenberg:

„Wir Menschen sind einer Vielzahl von Umweltbelastungen ausgesetzt. Dazu zählen auch Belastungen durch Feinstaub und Ultrafeinstaub aus den unterschiedlichsten Quellen. Ob Auto- oder Lkw-Abgase, durch Reifenabrieb auf vielbefahrenen Straßen, so manche Heizung in Wohnräumen oder durch landwirtschaftliche Betriebe – überall dort kann es zu Belastungen durch Feinstaub oder Ultrafeinstaub kommen. Während die Belastung und Wirkung von Feinstaub relativ gut erforscht sind, liegen im Bereich des Ultrafeinstaubs bisher nur sehr wenige Erkenntnisse vor.

Die jetzt vorliegenden Messergebnisse sind sehr ernst zu nehmen. Die Annahme, dass das Flughafengelände und insbesondere der Bodenbetrieb eine wesentliche Quelle für Ultrafeinstaub darstellen könnten, hat sich verfestigt. An allen Messstandorten treten bei Wind aus Richtung Flughafen signifikant erhöhte Konzentrationen auf.

Es existieren vielfältige Quellen für Ultrafeinstaub, etwa bestimmte Gase, aber insbesondere auch Verbrennungsprozesse im Fahrzeug-, Schiffs- und Flugverkehr, bei gasbetriebenen Blockheizkraftwerken bis hin zu Abgasen des heimischen Holzofens. Daher ist es richtig, die Messungen für ein genaueres Bild fortzuführen und so zu gestalten, dass z. B. zwischen löslichen und nicht löslichen bzw. organischen und nicht organischen Partikeln unterschieden werden kann, die wiederum unterschiedliche Wirkungen haben könnten.

Gleichzeitig fehlen weiterhin Erkenntnisse über etwaige Langzeiteffekte und die meisten klinischen Untersuchungen wurden mit Gemischen durchgeführt, die nicht nur ultrafeinen Partikeln enthielten. Aus Vorsorgeüberlegungen ist es jedoch geboten, die Belastung wo immer möglich zu verringern. Ein geringerer Schwefelanteil bei Kerosin ist hier eine denkbare Möglichkeit. Dies wollen wir durch die Förderung von Modellprojekten flankieren, mit denen die Rahmenbedingungen für den Einsatz synthetischer, unter Nutzung Erneuerbarer Energien hergestellter Kraftstoffe untersucht werden.

Bisherige Studien deuten im Übrigen auf eine Lebensdauer von wenigen Minuten bis Stunden hin, da die Partikel relativ schnell zu größeren Teilchen verklumpen. Zudem wird angenommen, dass die Wirkungsweise ultrafeiner Partikel abweicht von der Wirkungsweise größerer Teilchen. Es gibt im Augenblick weder auf rechtlicher noch auf Grundlage der medizinischen Wirkungsforschung einen Bewertungsmaßstab für die Anzahl ultrafeiner Partikel in der Luft. Das erschwert eine eindeutige Beurteilung der Messwerte und zeigt den noch großen Forschungsbedarf auf.

Die Fortsetzung der Messungen ist richtig und wird von uns begrüßt, um möglichst bald neue Erkenntnisse zu gewinnen und die Datengrundlage zu verbreitern. Ziel muss es sein, die jeweiligen Verkehrsträger in Gänze zu betrachten, um am Ende auch über weitere mögliche Maßnahmen entscheiden zu können.“

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