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07.10.2019, 16:55 Uhr
Forum für interdisziplinäre Alternsforschung stellt sich der Senioren-Union vor
Frankfurt am Main, 07. Oktober 2019 - Sie leben in Deutschland und sind 65 Jahre alt? Dann haben Sie noch etwa 20 Jahre Leben vor sich.
Sie können damit rechnen, dass Sie mindestens ein Drittel dieser Zeit gesund und munter genießen. Und: Die hiesigen Lebensumstände führen dazu, dass Ihre Lebenserwartung steigt – Sie könnten mit einem Zugewinn von durchschnittlich drei Monaten pro Jahr rechnen. Aber dies ist nicht selbstverständlich, denn in anderen Ländern nimmt die Lebenserwartung ab. Wir können daran mitgestalten, als Individuum und als Gesellschaft. Diese und andere interessante Erkenntnisse, auch im Vergleich mit anderen europäischen Ländern, trug jetzt Professor Dr. Frank Oswald vom Frankfurter Forum für interdisziplinäre Alternsforschung (FFIA) bei einer Veranstaltung der Senioren Union Frankfurt vor.

Schon der Begriff Alternsforschung weist darauf hin: es geht nicht um die wissenschaftliche Begleitung von Defizit oder Krankheit im Alter, sondern um die Erforschung des Alterungsprozesses mit allen auf ihn einwirkenden Rahmenbedingungen, etwa Wohnen, Gesundheit, Mobilität und Aktivität. Auf diese Aspekte konzentrierte sich der Vortrag von Professor Oswald, für dessen spannende Inhalte viele der Zuhörer sich mehr Zeit gewünscht hätten. Am Beispiel Frankfurt – und ganz konkret - an den Lebensverhältnissen in den Stadtteilen Bockenheim, Schwanheim und Nordweststadt erläuterte Oswald die unterschiedlichsten Aspekte des Alterns als „normalen Abschnitt des Lebens“.

Der im Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Frankfurter Goethe Universität angesiedelte Arbeitsbereich ist Teil des FFIA und liefert Arbeitsgrundlagen für zahlreiche Institutionen: So spielt das Kriterium Wohnen im Verlauf des Alterns eine zentrale Rolle. Die Annahme, dass der alternde Mensch überwiegend in Sonderwohnformen lebe, widerlegte Oswald eindrucksvoll: 93 Prozent aller Menschen über 65 leben in normalen Privatwohnungnen, über 80 sind es immerhin noch 89 Prozent. Allerdings gebe es, so der Referent, der von Hause aus Psychologe ist, in Deutschland zunehmend spannende Gemeinschaftswohnmodelle, etwa die des generationsübergreifenden Zusammenlebens.

Eine Reihe von Forschungsprojekten beschäftigen das FFIA: der Bogen reicht von Depression im Pflegeheim über die quartiernahe Altersplanung bis hin zu Rechtschutzdefiziten in der Pflege und der unterstützten Entscheidungsfähigkeit bei Demenz.

Für die Zuhörer der Senioren Union schilderte Professor Oswald die Bedeutung des Quartiers – ein Großteil der Wege - Arzt, Einkauf, Begegnungen, Spaziergänge, Kultur - unternehmen ältere Menschen im näheren Umfeld ihrer Wohnung. Auch unterstrich er die Bedeutung von Mobilität in jeder Form, inklusive der geistigen.

Die Fülle der Themen und ihre Erforschung dient der Beantwortung einer zentralen Frage: „Was müssen Individuen und Gesellschaft lernen und leisten, um ein erfolgreiches, zufriedenes und würdevolles Altern zu ermöglichen?“

Für die Senioren Union und ihre Vorsitzende Erika Pfreundschuh führte die beschriebene Themenvielfalt zu einer weiteren Konsequenz: Professor Dr. Frank Oswald wird erneut vor dem CDU-Verband sprechen: im Juli 2020.

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