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05.12.2019, 14:43 Uhr
Dürbeck/Wiesmann: Die neue Paulskirche - Brandschutz nicht nur für ein Denkmal, sondern für unsere Demokratie
Berlin/Frankfurt am Main, 05. Dezember 2019 - Die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Bettina M. Wiesmann (CDU) und der Kulturpolitische Sprecher der CDU-Römerfraktion, Dr. Thomas Dürbeck, hatten geladen, die Zukunft der Paulskirche zu diskutieren.
Dienstagabend kam das Podium unter der Überschrift Paulskirche und Haus der Demokratie. Erinnern. Begreifen. Erleben. in der Evangelischen Akademie zusammen. Während Ende Oktober am selben Ort noch die baulichen Fragen der Sanierung im Mittelpunkt gestanden hatten, drehte sich dieser Abend um das ergänzend vorgesehene „Haus der Demokratie“, das ein „offenes Projekt der politischen Bildung“ werden soll (Antrag der Koalition vom 7.11.2019). Neben Thomas Dürbeck diskutierten Dr. Alexander Jehn, Direktor der Landeszentrale für Politische Bildung, Dr. Andreas Braune, stellvertretender Leiter der Forschungsstelle Weimarer Republik, und Peter Wellach, Projektentwickler und Kurator für Gedenkstätten und demokratische Lernorte in ganz Deutschland und darüber hinaus. Die Moderation übernahm die Bundestagsabgeordnete.

Wiesmann nach der Veranstaltung: „Ich freue mich, dass wir wieder ein hochkarätiges und vielseitig ausgerichtetes Podium gewinnen konnten. Dies und die rege Teilnahme interessierter Bürgerinnen und Bürger zeigt, welcher Auftrag in der Sanierung der Paulskirche liegt: Es geht um Brandschutz nicht nur für ein Denkmal, sondern auch für unsere Demokratie.“

„Die Paulskirche ist ein herausragender positiver Ort unserer Demokratiegeschichte“, unterstrich Dürbeck. „Wir sollten neben den Stätten des Scheiterns auch die erfolgreichen Etappen unserer demokratischen Entwicklung ins Schaufenster der Geschichte stellen. Wo können wir sie besser zeigen als dort, wo eine Debatten-, Diskussions- und Ausschusskultur entwickelt wurde, wo sich erstmals Parteien formierten und wo Grundrechte formuliert wurden, die bis heute gültige Maßstäbe setzten?“

„Museum, Gedenkstätte, Bildungsort, Versammlungsraum, Forschungszentrum: Das vom Stadtparlament beabsichtigte Haus der Demokratie bietet Chancen für die politische Bildung mit Strahlkraft weit über Frankfurt hinaus“, hebt Wiesmann hervor, die Mitglied im für Demokratieförderung und Ehrenamt zuständigen Familienausschuss sowie in der Kinderkommission des Bundestags ist. „Für eine weitere Förderung durch den Bund wird ein überzeugendes Konzept mit all diesen Facetten benötigt, obendrein europäisch eingebettet und nachhaltig finanziert. Ein tragfähiges Gesamtkonzept kann politisch vorgedacht, aber nicht von oben „verordnet“ werden. Ein Demokratiezentrum braucht sein Fundament in der Bürgerschaft, um gewollt und unterstützt zu werden, es muss von der Stadtgesellschaft getragen werden. Am Ende ist der Betrieb wichtiger als Investitionen in bestehende oder neue Gebäude, es braucht das Herzblut des Ehrenamts. Das ist es, was einen Demokratieort ausmacht, und das gilt nicht nur am heutigen Tag des Ehrenamts. So entzündet sich demokratisches Leben an einer Gedenkstätte. Demokratie als Lebensform bedeutet offene Diskussion und die Bereitschaft mitzumachen! Eine wichtige Zielgruppe ist hier die Jugend. Wir sollten das Jugendparlament in der neuen Paulskirche tagen lassen. Aber der demokratische Gedanke muss auch bei Erwachsenen immer wieder verankert werden, besonders in der Zuwanderungsgesellschaft, in der wir leben.“

Dürbeck weiter: „Demokratie gehört zu unserem Lebenselixir. Die Paulskirche bewegt uns Bürger Frankfurts. Sie ist ein zentraler Ort, an dem man täglich vorbeigeht, von größtem Potenzial für unser demokratisches Bewusstsein in Deutschland und Europa, das wir nun endlich ausschöpfen können. Ich nehme aus dem Expertenpanel mit: Um Themen wie Parlamentarismus, die Entstehung der Grundrechte oder der Parteien zu vermitteln, bedarf es einer dezidierten Konzeption, die vom historischen Ort in klarem Zeitschnitt ausgeht, eine stimmige Verbindung zur Gegenwart herstellt und moderne Formen des Erlebens schafft, z.B. mit Augmented Reality Tools oder interaktiven Komponenten. Diese Konzeption wird Rückwirkungen auch auf die bauliche Sanierung haben. Und sie drängt, denn noch können Zeitzeugen unserer Verfassungsgeschichte der Nachkriegszeit befragt werden.“

„Wir sind am Anfang einer fordernden Debatte. Vom Brandschutz fürs Denkmal zum Brandschutz für die liberale Ordnung –, nichts könnte lohnender sein“, schließen die Politiker.

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Hintergrund: Am 14.11.2019 beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestages, für die bauliche Sanierung der Frankfurter Paulskirche in den kommenden Jahren insgesamt 19,5 Millionen Euro bereitzustellen.

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