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07.04.2020, 12:35 Uhr
Wiesmann: Digitalisierung an Schulen endlich vorantreiben, ohne sie zum Selbstzweck zu machen
Berlin/Frankfurt am Main, 07. April 2020 - Angesichts der Corona-Krise und den damit zusammenhängenden Schulschließungen zeigt sich, dass digitale Lösungen Lücken beim Präsenzunterricht schließen können. Viele Schüler haben seit drei Wochen ihr Klassenzimmer nicht mehr von innen gesehen, und die Durststrecke könnte noch anhalten.

Die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Bettina M. Wiesmann (CDU) war Mitglied der jüngsten Expertenkommission Bildung der Konrad-Adenauer-Stiftung und sieht deutlichen Verbesserungsbedarf: „Die Digitalisierung muss endlich beschleunigt werden. Alle Schulen müssen Schulclouds und jeweils eine eigene, sichere Plattform sowie Zugang zu geprüften Lern- und Unterrichtsprogrammen erhalten. Alle Eltern ebenso wie ältere Schüler müssen per Mail erreichbar sein, von der ersten Schulwoche an. Lehrer müssen in digitale Kommunikationsformen eingewiesen sein und binnen kürzester Frist vorübergehend präsenzfrei unterrichten können, das kann auch im Krankheitsfall von Lehrern wie Schülern eine Hilfe sein. Schüler ohne Ausstattung im heimischen Umfeld sollten gezielt unterstützt werden.“

Ausdrücklich befürwortet Wiesmann die aktuellen Vorschläge der CDU-Römerfraktion dazu: „Natürlich haben nicht alle Schüler zu Hause Zugang zu einem Desktop-Computer oder einem Laptop. Ein Smartphone reicht für außerschulischen Unterricht jedoch nicht aus. Auch vom Vorhandensein eines Druckers kann nicht in jedem Haushalt ausgegangen werden“, erklärt Wiesmann, die zudem Vorsitzende des CDU-Bundesfachausschusses Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist. „Deshalb sollte der Schulträger eine Möglichkeit schaffen, Geräte durch die Schule zu verleihen und bei Bedarf Dokumente in der Schule auszudrucken.“

Der von der Bundesregierung eingebrachte und mit den Ländern vor einem Jahr vereinbarte „Digitalpakt Schule“ sieht Bundeszuschüsse in Höhe von insgesamt 5 Milliarden Euro vor, um die Digitalisierung an allgemeinbildenden Schulen voranzubringen. Allerdings ist damit nur die finanzielle Unterstützung berücksichtigt, nicht die didaktische Einbindung. Wiesmann dazu: „Die durch Corona ausgelöste Sondersituation muss die erforderlichen Konzeptarbeiten jetzt deutlich beschleunigen. Es macht keinen Sinn, jede einzelne Schule ein eigenes Medienkonzept entwickeln zu lassen und davon auch noch die Mittelzuweisung abhängig zu machen. Vielmehr muss der Hebel jetzt umgelegt werden und eine breit anwendbare Standardstruktur entwickelt werden, die es Schulen ermöglicht, den Präsenzunterricht mit Schulcloud, Intranet und digitalem Klassenzimmer bruchlos ins heimische Lernen zu verlängern, bei Bedarf auch zu übertragen. Ich sehe hier auch die Länderebene in der Pflicht.“

„Digitalisierung ersetzt natürlich keine pädagogischen Konzepte“, unterstreicht die langjährige Landtagsabgeordnete und Bildungspolitikerin weiter. „Notwendiger denn je ist auch ein inhaltliches ‚Gesamtkonzept Medienbildung‘. Sein Kern muss die Erziehung zur Medienmündigkeit sein. Medienkunde, ggf. auch als eigenes Fach spätestens zu Beginn der weiterführenden Schule, sollte sowohl die Grundlagen für das Verständnis von Computern legen als auch Schutz und Hilfe bei Gefahren der digital vernetzten Welt thematisieren. Auf der Basis eines solchen Grundverständnisses können digitale Techniken fachspezifisch im Unterricht eingesetzt und ihre breite Alltagsnutzung durch Jugendliche verantwortet werden. Auch die überfällige Reform des Jugendmedienschutzes muss ihren Beitrag leisten, dass sich Kinder und Jugendliche sicherer im Netz bewegen können. Diese grundlegenden Aufgaben dürfen aber nicht von der drängenden Notwendigkeit ablenken, mit einfachen digitalen Mitteln den schulischen Präsenzunterricht mit der Arbeit am heimischen Schreibtisch zu verbinden“, so Wiesmann abschließend.

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